Johannes X. Yazigi
Yuhanna X. Yazigi · John X of Antioch
Griechisch-Orthodoxer Patriarch von Antiochien und des gesamten Ostens
- 171. griechisch-orthodoxer Patriarch von Antiochien (gewählt Dezember 2012)
- Vorher Metropolit von Westeuropa (Sitz Paris)
- Bruder von Erzbischof Boulos (Paul) Yazigi, der 2013 in Syrien entführt wurde
- Promovierter Theologe (Universität Thessaloniki)
- Sitz: Damaskus
Johannes X. Yazigi (bürgerlich Yahya Yazigi) wurde 1955 in Latakia an der syrischen Mittelmeerküste in eine arabisch-christliche Familie geboren. Theologie studierte er an der Universität Balamand im Libanon und promovierte später in Thessaloniki. Vor seiner Wahl zum Patriarchen war er Bischof in Westeuropa mit Sitz in Paris — die Diaspora-Erfahrung prägt ihn bis heute.
Am 17. Dezember 2012 wählte ihn die Heilige Synode in Damaskus zum 171. Patriarchen von Antiochien — als Nachfolger von Ignatius IV. Hazim. Sein Patriarchat umfasst die griechisch-orthodoxen Gemeinden in Syrien, im Libanon, in der Türkei, in Iran und Irak — sowie die weltweite arabisch-orthodoxe Diaspora in Nord- und Südamerika, Australien und Europa. Dazu gehört auch die Kathedrale St. Dimitrios in Köln-Seeberg, Sitz der Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa.
Das tragischste Ereignis seiner Amtszeit ist persönlich: Am 22. April 2013 wurde sein älterer Bruder Mor Boulos (Paulus) Yazigi, griechisch-orthodoxer Metropolit von Aleppo, gemeinsam mit dem syrisch-orthodoxen Erzbischof Yohanna Ibrahim auf der Straße zwischen Aleppo und der türkischen Grenze von bewaffneten Männern entführt. Beide gelten seither als verschollen. Eine internationale Kampagne hat ihre Freilassung bis heute nicht erreichen können.
Johannes X. ist eine ruhige, theologisch geprägte Stimme, die sich für die verbliebenen Christen in Syrien einsetzt und international für ökumenische und interreligiöse Zusammenarbeit wirbt.
- Wikipedia (EN): John X of Antioch · abgerufen 2026-05-20
- Offizielle Website des Patriarchats · abgerufen 2026-05-20
- Wikidata · Q444649